Welche Ursachen hat der Klimawandel?

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Inhalt

Menschengemachter Klimawandel
Emissionen und Treibhausgase
Verursacher von Emissionen
Zunehmende Erderwärmung

Menschengemachter Klimawandel

Wolken, Kohlendioxid und Methan schirmen die Erde wie ein Gewächshaus ab von der Wärme der Atmosphäre. Der menschliche Lebenswandel mit einem in vielen Teilen der Welt übermäßigen Ressourcenverbrauch führt zu einer Aufheizung des Klimas (anthropogener Treibhauseffekt). Durch die Klimaerwärmung gerät die Natur zunehmend aus dem Gleichgewicht.

97 Prozent der Klimaforscher sind aufgrund der Faktenlage davon überzeugt, dass maßgeblich der Mensch den aktuellen Klimawandel verursacht.

Emissionen und Treibhausgase

In der Erdatmosphäre sind natürliche Gase enthalten. Sie gleichen den Wärmehaushalt aus, indem sie die Wärme der Sonne nutzen.

Die Konzentration einiger Gase hat stark zugenommen durch vom Menschen verursachte Emissionen. Diese verstärken den Treibhauseffekt und werden deshalb auch Treibhausgase genannt.

Die Verteilung schädlicher Treibhausgase und Luftemissionen in 2017 im Überblick:

  • Kohlendioxid (CO2): 81%
  • Methan: 11%
  • Lachgas: 5%
  • Fluorierte Gase: 2%

Kohlendioxid (CO2)

CO2 ist die chemische Bezeichnung für das aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehende Molekül Kohlendioxid. Das Gas ist farblos, in Wasser löslich, nicht brennbar, geruchlos und ungiftig. Die CO2-Konzentration in der Luft liegt bei nur etwa 0,04 Volumenprozent.

CO2 spielt als Treibhausgas eine entscheidende Rolle, da es einen Teil der von der Erde in das Weltall abgegebenen Wärme absorbiert und sie zurück strahlt auf die Erde. Mittels dieses „natürlichen Treibhauseffektes“ entsteht auf der Erde ein gemäßigtes Klima, welches die Natur gedeihen lässt.

Methan

Methan ist nach Kohlendioxid das zweite wichtige Treibhausgas. Es hat eine 28-mal stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt als CO2. Etwa 60% der Methan-Emissionen haben vom Menschen gemachte Ursachen. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der Methangehalt in der Atmosphäre mehr als verdoppelt.

Lachgas (Distickstoffoxid)

Lachgas ist ein etwa 300-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlenstoffdioxid (CO2) und trägt etwa sieben Prozent zur globalen Erwärmung bei.

Fluorierte Gase

Unter den fluorierten Gasen (F-Gase) werden teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), Schwefelhexafluoride (SF6) und Stickstofftrifluoride (NF3) zusammengefasst Sie haben eine bis zu 23.000-mal stärkere Wirkung auf den Treibhauseffekt als CO2.

F-Gase wurden in den letzten Jahren auf EU-Ebene stark reguliert und sollen schrittweise verringert werden.

Verursacher von Emissionen

CO2-Emissionen nach Ländern

China hat im Jahr 2019 mit 10,2 Mrd. Tonnen (t) am meisten CO2 aller Länder weltweit emittiert. Es folgen die USA mit etwa 5,3 Mrd. t, Indien (2,6 Mrd. t), Russland (1,7 Mrd. t), Japan (1,1 Mrd. t) und Iran mit 0,8 Mrd. t. Deutschland ist verantwortlich für 0,7 Mrd. t. CO2.

Pro-Kopf wurde in 2019 in der Mongolei am meisten CO2 emittiert (20 t), gefolgt von Saudi-Arabien (17 t). Die USA und Australien stoßen jeweils Pro-Kopf rund 16 t aus. Deutschland lag 2019 mit 8,4 t vor anderen europäischen Ländern wie z.B. Frankreich (5 t), Spanien (5,4 t), Italien (5,6 t) und Großbritannien (5,5 t). China weist einen Wert von 7,1 t pro Kopf aus, Russland 11,5 t und Indien 1,9 t. Die ärmsten Länder Afrikas haben Pro-Kopf CO2 Emissionen von meist unter 0,5 t.

CO2-Emissionen nach Sektoren

Der menschengemachte (anthropogene) Klimawandel wird zu 63% zurückgeführt auf CO2. Die Konzentration des Gases in unserer Atmosphäre ist heute um 40% höher als zu Beginn der Industrialisierung.

Die CO2-Emissionen verteilten sich im Jahr 2018 wie folgt auf die verschiedenen Sektoren:

  • Elektrizitäts- und Wärmeversorgung: 42%
  • Transport: 25%
  • Industrie: 19%
  • Gebäude: 6%
  • Andere energieerzeugende Industrie: 5%
  • Kommerzielle und öffentliche Dienstleistungen: 3%

Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung

Bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Kohlendioxid und Stickoxide. Der Energie-Bereich ist für den größten Teil der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich.

Schaut man auf die CO2-Bilanzen verschiedener Energieträger, so schneiden Wasserkraft und Windenergie besonders gut ab (jeweils ca. 15 Gramm CO2 pro kWh Strom), gefolgt von Solarenergie (150 Gramm), Erdgas (640 Gramm) und Erdöl (890 Gramm). Schlusslichter sind Steinkohle und Braunkohle mit jeweils über 1 Kilogramm CO2-Ausstoß pro kWh Strom. Nuklearenergie ist ähnlich emissionsarm wie Wasser und Wind, allerdings wird hier die Lagerung bestrahlter Brennelemente und anderer Nuklearabfälle ausgeklammert.

Transport und Verkehr

Transport und Verkehr verursachen rund 25% der weltweiten CO2-Emissionen. Der kommerzielle Straßenverkehr war 2016 für 18% des Aufkommens verantwortlich, Luftverkehr und Schifffahrt jeweils für rund 3% und sonstiger Verkehr für 1%.

Flugverkehr

Emissionen von Flugzeugen in der Höhe bewirken einen wesentlich stärkeren Treibhauseffekt als solche auf dem Boden. Beim Flugverkehr gelangen insbesondere Stickoxide und Wasserdampf in hohe Luftschichten. Der Weltklimarat IPCC schätzt die Treibhauseffekte dieser letztgenannten Faktoren zwei- bis fünfmal höher ein, als die durch CO2.

Und so ist die globale Luftfahrt für fünf Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich.

Nach einer aktuellen Studie, erschienen in ScienceDirect, nutzten 2018 etwa 2 bis 4% der Weltbevölkerung internationale Flüge. Nur 11% flogen überhaupt.

1% der Weltbevölkerung sind für 50% der CO2-Emissionen aus der kommerziellen Luftfahrt verantwortlich. Diese Gruppe fliegt pro Jahr etwa 56.000 Kilometer. Das entspricht drei Langstreckenflügen pro Jahr, oder einem Kurzstreckenflug pro Monat.

Ein Flug von Frankfurt nach New York ist für das Klima genauso schädlich wie der Verzehr von 1.000 Big Macs.

Tierzucht und Fleischproduktion

Kühe und Schafe erzeugen bei der Verdauung von Futter große Mengen Methan. Mit negativen Folgen für die Umwelt. Ein Kilo Rindfleisch verursacht 13,3 Kilo CO2. 

Auf Methan entfallen 11% der schädlichen Emissionen.

Abholzung

Bäume tragen durch Aufnahme von CO2 zur Regulierung des Klimas bei. Durch die Abholzung geht die positive Wirkung verloren. Der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff wird dann in die Atmosphäre freigesetzt und trägt so zum Treibhauseffekt bei.

Gebäude und Baustoffe

Ein großer Treiber der Klimakrise sind zudem Gebäude. Gebäude verursachen 6% der globalen CO2-Emissionen, insbesondere bei der Produktion von Baustoffen wie Stahl und Beton.

Kühlmittel und Treibgase

Fluorierte Gase werden verwendet als Kältemittel in Klimaanlagen und Kühlgeräten, in Dämm-Materialien, als Treibgas in Sprays oder als Feuerlöschmittel. Der Anteil der F-Gase an der Entstehung klimaschädlicher Gase entspricht in etwa dem des Flugverkehrs.

Düngemittel

Die Stickstoffdüngung erhöht die Konzentration von Lachgas in der Atmosphäre. Die Konzentration des Gases in der Atmosphäre liegt inzwischen um 20 Prozent über dem vorindustriellen Niveau. Das hat Auswirkungen auf das Klima.

Zunehmende Erderwärmung

Mit dem Anstieg der Erderwärmung um rund 1 °C seit 1970 nimmt weltweit das Risiko von Umweltveränderungen stark zu. Bereits in den nächsten Jahren könnte das Pariser Klimaziel von 1,5 ° C erreicht werden.

Die Ausdehnung des arktischen Meereises war zudem während eines Großteils des Sommers 2020 auf einem extrem niedrigen Niveau.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit massiv.

Der Meeresspiegel steigt, extreme Wetterereignisse und Niederschlägen nehmen zu. Extreme Hitzewellen und Dürren häufen sich.

Die Bedeutung von Klimaschutz wächst, um die Auswirkungen des Klimawandels für Mensch und Umwelt in Schranken zu halten. Eine Kompensation von Emissionen kann vielleicht das Gewissen beruhigen, aber Vermeidung ist immer die effektivere Wahl.

Eine Reduktion von CO2 kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass externe Kosten für Umweltschäden auf die Preise von Produkten und Leistungen umgelegt werden, etwa durch eine CO2-Steuer.

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